Die Lösung, ein Damensattel
27. Mai 2007 | Von Astrid | Kategorie: Damensattel
Zu meinem Damensattel kam ich vor gut 10 Jahren auf ungewöhnliche Weise. Wie gesagt: Wegen schwerer Hüftgelenksprobleme war an das Reiten im Herrensattel längst nicht mehr zu denken. Als ich schon überlegte, ob es nicht besser wäre, mein Pferd zu verkaufen, riet mir jemand, es doch mal mit dem Damensattel zu versuchen. Zuerst blockte ich den Vorschlag ab. Freunde vermittelten mir dann aber den Kontakt zu einer älteren Dame, die ihren Camargue-Wallach damals ebenso im Damensattel ritt. Ich empfand damals das Reitgefühl zunächst mal als sehr wackelig.Dann nahm ich mit Damensattel Unterricht bei einer Reitlehrerin in der Nähe, die ihre edlen Großpferde damit bis zur “Hohen Schule” ritt. Als ich damals mit meiner Haflingerin vor der Türe stand, sah ich ihren leicht skeptischen Blick bzgl .meines Ponys. Zuerst wurde ich auf ihrem eigenen Pferd an die Longe genommen. Im Trab fühlte ich mich auch nach den bis dato 12 Jahren Reiterfahrung – trotz Festhaltens wie auf der untergehenden Titanik, doch auf meinem eigenen Pferd fühlte ich mich dann schon heimischer. Die Reitlehrerin meinte, sie hätte selten einen so gut erzogenen Haflinger gesehen. Das erfreute und ermutigte mich wirklich sehr. Nach 5 weiteren Stunden ging Schritt und Trab schon ganz gut und der Galopp als stärkste Gangart meines Pferdes aus dem Schritt gelang mühelos nach zwei weiteren Versuchen. Eigentlich hätte ich glücklich sein können, nachdem das so gut lief, doch ich fand zuerst keinen (alten) bezahlbaren Damensattel (nur die originalen von früher taugen wirklich zum Reiten).
Eines Tages fand ich einen, der bezahlbar aber reperaturbedürftig war. Ich ließ ihn nach und nach restaurieren, was alles andere als preiswert war, aber schlussendlich passte das gute Stück meiner Haflingerin. An einem kalten Novembertag konnte ich sie satteln und damit reiten. Das tat ich bis letztes Jahr. Allerdings hatte ich am Anfang ziemliche Probleme damit, auf so “affektierte” Art und Weise meinem Lieblingssport nachzugehen. Mindestens vier mal sattelte ich sie, um mich dann doch nicht drauf zu setzen. Ich musste mich da seltsamerweise unheimlich überwinden, aber dann fand ich es doch besser als gar nicht mehr zu reiten. – Nach weiteren vier Wochen fuhr ich mit Freundinnen damit sogar auf einen 30 km langen Wanderritt an den Rhein.



Hallo! Ich bin Französin und habe zufällig Ihren Blog gefunden. Ich finde es sehr seltsam, dass wir beide wegen den selben Hüfteproblemen zum Reiten im Damensattel gekommen sind! Ich reite jetzt seit August 2008 nur im Damensattel mit meiner Stutte, gehe oft aus; Ich nehme aber auch ein Mal pro Woche Unterricht. Mit dem Reiten im Damensattel habe ich wieder gelernt, was “auf einem Pferd arbeiten” bedeutet. Viel Spass weiter beim Reiten! Freundliche Grüsse.
@Magali: Vielen Dank für deinen Kommentar. Zur Info; Astrid reitet seit knapp drei Jahren sogar wieder im Herrensattel. Den Hüftprothesen sei Dank. Spaß inklusive. Den wünsche ich dir auch.