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Zu vermeidende Gendefekte bei bunten Pferden, wie Paints und Pintos


6. März 2008 | Von | Kategorie: Pferdezucht

Gescheckte Pferde sind nach wie vor beliebt. Zum Beitrag “Tobiano-Schecken” erreichte mich eine Nachfrage per E-Mail. Manuela möchte wissen, ob das nicht problematisch zu sehen sei, da es sich z.B. bei der Tobiano-Scheckung, wie bei der gesamten Farbzucht doch eigentlich um eine genetische Abweichung (wenngleich auch willkommene Mutation) handelt, und die man quasi immer “weiterzüchtet”. Ich bin kein Biologe. Mir ist zumindest nicht bekannt, dass die Weiterzucht der genetischen Farbvarianten andere Krankheiten nach sich ziehen, sonst wäre man längst wieder von der Farbzucht abgekommen.

Es gibt jedoch tatsächlich Erbkrankheiten, die ausschließlich an die Farbvererbung gebunden sind:

Der LOW-Defekt:
Es gibt natürlich die ein oder andere Erbkrankheit, die an die Farbvererbung gebunden ist, zum Beispiel beim sog. “LOW-Defekt” – tödlicher weißer Overo Defekt – Diese tödliche Nervenentwicklungsstörung tritt meines Wissens nur bei der Overo-Scheckung auf. Pferde, die dieses Merkmal nur einzeln tragen, sind gesund. Trifft dieses Gen bei der Paarung auf ein zweites dieses Art, dann erkrankt das Fohlen. Für diese Erkrankung gibt es einen Gentest, der in jedem Fall günstiger ist, als der Verlust des Fohlens. Solche Fohlen werden weiß geboren und versterben dann.

Der Test wird inzwischen bei allen buten Pferden, die zur Zucht verwendet werden sollen empfohlen und das Ergebnis sollte in die Kaufverträge aufgenommen werden.

Der HYPP-Defekt:
In einer Nachzucht kann sich eines Tages sogar herausstellen, dass nur ein Hengst oder eine Stute einen bestimmten Gendefekt weitervererbt hat. Das ist bei der Hyperkalemischen Periodischen Paralyse der Fall – genannt “HYPP-Defekt”:

Diese Erkrankung ist bisher nur bei Pferden aufgetreten, die den Zuchthengst “Impressive” als Vorfahren haben. Der Erbfehler wurde durch die sehr gute Bewertung seiner Nachkommen im Quarter- Paint Horse, in der Appaloosa- und bei der Zucht des Amerikanischen Ponys relativ weitläufig verbreitet. Der Hengst fiel außerdem durch seine sehr gute Bemuskelung auf, die aber wahrscheinlich sogar der in diesem Fall sichtbare Eindruck der Erkrankung ist. Bei Hypp handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung der Muskulatur. Es treten Muskelkrämpfe verschiedener Schweregrade auf. Die Tiere können nicht oder nur eingeschränkt geritten werden. Mit ihnen sollte natürlich auch nicht gezüchtet werden. Der Defekt ist durch einen Test noch nicht sicher nachzuweisen.

Diese Erbkrankheit ist nach meiner Kenntnis zwar nicht an die Farbgebung gebunden, tritt bei den Westernpferderassen und dort vor allem im Halterbereich auf, weil mit dem genannten Hengst – übrigens gerade auch im Zuchtbereich der bunten Rassen – gezüchtet wurde.

Die Empfehlung, bzgl. solcher Krankheiten Gewährleistungen in die Kaufverträge aufnehmen zu lassen, scheint mir notwendig zu sein. Wenn ein Züchter allerdings in der Zwischenzeit seine Vermögenswerte verliert und ein von ihm gezüchtetes Pferd an einer solchen Erkrankung eingeht, dann schaut der Käufer, also derjenige, der das Tier von ihm gekauft hat, wohl trotzdem in die Röhre.

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