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Zirkuslektionen mit Pferden: Bitte ohne unnötiges Dominanzstreben


2. Januar 2009 | Von | Kategorie: Zirkuslektion
  • Mein Pferd in Aktion
  • 0102_featuredimage-01-cary1Nicht selten, wenn ich Zirkuslektionen mit anderen Pferden einübe, kommen Fragen, Feststellungen oder Behauptungen über die Notwendigkeit mit solchen Übungen das Pferd dominieren zu wollen oder gar zu müssen.

    Es macht keinen Sinn dem Pferd gegenüber nach Dominanz zu streben. Wenn wir das Pferd hinlegen, hat das bei professioneller Ausführung immer etwas mit Vertrauen zu tun, nicht mit dem Gegenteil davon. Jemand sagte einmal zu mir, ihm gefielen die Zirkuslektionen deshalb nicht, weil sich das eigene Pferd dabei derartig unterwerfen muss, dass es vor ihm auf dem Boden liegt [...] . Dabei geht es bei jeder Art Arbeit mit dem Pferd gar nicht um Unterwerfung und das muss und soll auch gar nicht so sein.

    Unser Pferd ist nämlich Herdentier und Fluchttier. Das Pferd braucht in erster Linie Sicherheit. Das bedeutet, es muss wissen, wo sein Platz ist, um sich sicher zu fühlen. Das gilt in der Herde genauso wie im Kontakt mit dem Menschen. Sobald es weiß, wo sein Platz ist, ordnet es sich auch dem entsprechend ein bzw. unter. Sobald ich mich in den Augen des Pferdes als verlässliche Leitfigur qualifiziert habe, fällt mir die Kooperationsbereitschaft und das Vertrauen des Pferdes einfach zu. Wenn ich es vernünftig anfange, legt sich das Pferd irgendwann für mich hin. Nur macht es das dann nicht, weil es gegen den eigenen Willen unterworfen wurde, sondern es hat wiederholt die Erfahrung gemacht, dass ihm in meiner Anwesenheit nichts geschieht.

    Dazu kommt, dass unsere Hauspferde heute in der Regel keinen ständigen Überlebenskampf mehr führen müssen. Da schadet es nicht, wenn wir ihnen ein wenig mehr an Abwechslung und auch eine zusätzliche Aufgabe bieten. Sie tun dabei ohnehin nur das, was sie von Natur aus schon können.

    Besondners interessant ist dabei, dass je mehr ein Pferd lernt, sich oft auch sein sozialer Status innerhalb einer Herde verbessert und es wird schlauer; nutzt das erlernte Verhalten z.T. auch, um z.B. im Kompliment unter dem Elektrozaun hindurch weiter entfernte Grashalme noch zu erwischen.

    Mehr zum Thema Dominanz: Was Wissenschaftler dazu sagen. Im Artikel der Pferdezeitung.com werden Wissenschaftler zitiert, wonach das Dominanztraining bei in sozialen Gruppen lebenden Tieren unnötig und schädlich sei:

  • http://pferdezeitung.com/Hauptartikel/504/Dominanz
  • So machen das die Profis:

  • http://www.pferde-zirkus.de/zirkuslektionen

  • 4 Kommentare
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    1. Hallo Astrid,

      klasse Beitrag, denn ich sehe das wie du. Wenn das Pferd uns nicht vertraut, dann würde es sich auch nicht hinlegen oder in irgend einer anderen Art und Weise mit uns Arbeiten.

    2. Hi Sonny, danke für den netten Kommentar!

    3. Hallo Astrid,
      Habe zu diesem Thema einen neuen Artikel (http://www.pferde-zirkus.de/content-published/infos/basisarbeit) auf meiner Webseit6e veröffentlicht. Ich denke das wird einigen deiner Leser interessieren. Dies Ist leider immer wieder in meinen Kursen ein leidiges Thema, da dadurch in den Kursen viel Zeit verloren geht.

    4. @Jürgen, das stimmt und ich danke dir sehr. Ich freue mich ganz besonders über dein Feedback!

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