Tarpan, Waldtarpan (Equus przewalskii sylvaticus), Steppentarpan (Equus przewalskii gmelini)
17. Januar 2009 | Von Sina | Kategorie: Hauptgruppe: Pony, Pferderasse, Typ: Warmblut (mesomorph)
Der Tarpan lebte früher in Südosteuropa in den ponischen Wäldern. Die Rasse konnte Dank der Bemühungen von Zoologen vor dem endgültigen Verschwinden bewahrt werden. Mit Unterstützung der deutschen Regierung konnte die Rasse wieder zurückgezüchtet werden. Dazu verwendete man zwei sehr ursprünglich gebliebene Rassen, die Huzul- und Konikponys.
Das Konikpony ist der Ahne zahlreicher europäischer Rassen und gehört dem primitiven Trio an, das den heutigen Pferdebestand begründet hat, bestehend aus Waldpferd, Tarpan und Przewalskipferd.

- Herkunft: Polen, Russland
- Verbreitung: Polen, Russland
- Farbe: Mausfalbe, Isabell, Falbe
- Stockmaß: 1,22 – 1,34 m
- Eignung: lebt wild und halbwild
- Eigenschaften: selbstbewusst, autark, zäh, abweisend
Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen gehören die Tarpane zu den Vorfahren des Hauspferdes; da sie aber uneingeschränkt mit Hauspferden fortpflanzungsfähig waren, kam es vor, dass Tarpane sich mit Hauspferden gepaart haben und so in manche Linien eingekreuzt sind.
Waldtarpan
Der Waldtarpan war ein ursprüngliches Wildpferd Europas. Er war offenbar vom Rhein bis in den Osten Polens verbreitet. Mit dem Vordringen der Landwirtschaft verschwanden die wilden Pferde aus Mitteleuropa. In Polen hielten sich kleine Restbestände bis ins 18. Jahrhundert. Die letzten wurden kurz vor dem Wechsel zum 19. Jahrhundert eingefangen und zunächst in Tiergärten gehalten, ehe sie 1808 an Bauern der Region verteilt wurden.
Steppentarpan
Steppentarpane lebten im Süden Russlands bis 1876. Sie waren grau gefärbt und hatten bis zum ersten Lebensjahr blondes Fell. Kennzeichnend waren außerdem ein schwarzer Aalstrich, eine schwarze Fesselstreifung und eine Hängemähne. Vor allem das Winterfell war besonders dicht.
Der Steppentarpan verschwand durch zwei Gegebenheiten: Einerseits paarte er sich immer öfter mit Hauspferden, so dass die Nachkommen keine reinen Tarpane mehr waren. Zum anderen wurde er gezielt gejagt, um eben diese wilden Paarungen mit Hauspferden zu verhindern. Nachdem die Tiere während des 19. Jahrhunderts schnell seltener wurden, wurde der letzte frei lebende Tarpan auf der Jagd getötet. Ein letztes Exemplar im Moskauer Zoo starb wenige Jahre darauf, so war die Art ausgestorben.
Tarpanrückzüchtung im Wacholderhain Haselünne, Sommer 2004
In den 30er Jahren wurden von Heinz Heck im Tierpark Hellabrunn Versuche zur Rückzüchtung des Steppentarpans gemacht. Dies geschah durch Kreuzung eins reinblütigen Przewalski-Pferd-Hengstes mit isländischen und gotländischen Ponystuten.



Zitat aus dem Artikel oben “Dank der Bemühungen von Zoologen vor dem endgültigen Verschwinden bewahrt werden”.
Das wäre schön! Leider können ausgerottete Tierarten nicht rückgezüchtet werden: Ausgestorben bedeutet “FÜR IMMER!”. Die oft noch fälschlich als Rückzücktungen bezeichneten Abbildzüchtungen von Tarpanen und z.B. auch Auerochsen sind durch Kreuzungen aus Haustierrassen entstanden. Diese haben aber durch ihre lange Zuchtgeschichte viele genetische Eigenschaften ihrer wilden Vorfahren verloren. Daher ist es zwar möglich, Abbilder der ausgestorbenen Wildvorfahren zu züchten, genetisch können diese aber dem Wildtier nicht vollkommen entsprechen. Der Tarpan wurde also nicht gerettet, er ist unrettbar ausgestorben. Der moderne Tarpan, der heute zu sehen ist, ist nur ein Abbild dessen, was verloren ging.
Danke dir für deinen Kommentar.
Anmerkung dazu: Der Begriff “Rückzüchtung” bedeutet dem Sinne nach ja auch einfach nur, dass das “neue Zuchtprodukt” dem alten Tarpan in seinen wesentlichen Merkmalen entspricht.
Der Typ dieses Pferdes konnte lediglich von seinem Habitus her rekonstruiert werden und so nur als “Typ” vor dem Verschwinden bewahrt werden. (So ist das gemeint.) Der ehemalige Waldtarpan ist dagegen definitiv ausgestorben. Das ist unbestritten.
[...] http://www.pferdethema.de/2007/04/14/tarpan/ Keine Kommentare bisher Hinterlasse deinen Kommentar! RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag • TrackBack URI Einen Kommentar hinterlassen [...]
Hallo und Danke für den Artikel über Tarpan,
gibt es Reitställe in Österreich, wo ich mal reiten versuche,
bzw. die Pferderasse ansehen kann?
vielen Dank Pauli
Halli Hallo,
würde mich gerne Pauli´s Frage anschließen: Welche Reiställe in AT kannst du empfehlen?
LG, Mel
Wir waren letzt Woche in Mauerbach (AT) kann diesen Reitstall jedem weiterempfehlen.
Toller Artikel!
Wie schade, dass es keine echten Tarpane mehr gibt! Das war bestimmt schön, als es noch wilde Pferde in Europa gab. Aber Rückzüchtungen finde ich irgendwie überflüssig. Ich meine – wozu die Mühe (mögliche Gendefekte, Erbkrankheiten etc., Zeit, Geld etc.), wenn es eh nicht das ist, was einmal war… Wildern die die neu gezüchteten Tarpane denn wieder aus? Oder werden die in Zoos und Gehege gesteckt?
Schon etwas älter aber immer noch ein guter Artikel. Werde den Tipp mit dem Reitstall Mauerbach (AT) mal verfolgen.
Danke ins Jahr 2009 zurück und alles gute für 2011!
Oh ja das wärs wenn es noch echte Wildpferde hier geben würde..
Wer Lust hat kann auf meiner Lieblingscommunity mal ein paar Infos zum Tarpan ausfüllen:
http://www.horsespot.de/pferderassen/Tarpan/
steht noch nichts drin und ich bin (noch) nicht so der Experte leider^^