Pferde als Co-Therapeuten?
13. April 2009 | Von Anni | Kategorie: Mensch und Pferd
Warum nutzt man eigentlich ausgerechnet Pferde, wenn Menschen mit sich selbst Probleme haben? Warum nimmt man nicht irgendwelche anderen Tiere? Eigentlich sind die Gründe nahe liegend: Pferde sind groß und kräftig und so haben viele Menschen auch den nötigen Respekt vor ihnen. Deshalb werden sie z.B. auch als Polizeipferde inmitten von Menschenmassen eingesetzt.
Wenn sich Menschen, entschließen, sich mit Pferden zu beschäftigen und ihre Ängstlichkeit überwinden, so ist das ein Erlebnis, das das eigene Selbstvertrauen stärkt, nicht nur ein Erfolgserlebnis, sondern auch Sinnbild für das “richtige Leben”. Wovor haben Menschen Angst? Wie gehen Sie damit um? Das sind die Fragen. Was können sie selbst dafür tun, um nicht Opfer der eigenen Angst zu werden?
Pferde sind Herdentiere, die miteinander komplexe Beziehungen unterhalten. Pferde haben eine Persönlichkeit, Charakter und natürlich auch Gefühle. Was bei dem einen Pferd einem Pferd klappt, geht nicht unbedingt bei einem anderen Pferd. Manchmal wirken sie auf uns stur und eigensinnig. Manchmal sind sie aber anhänglich, suchen Nähe und den direkten Kontakt. Oft wollen sie einfach nur Spaß haben wie wir.
Pferde sind Menschen durchaus ähnlich und erlauben uns damit, von ihnen und durch die Arbeit und Beschäftigung mit ihnen etwas über uns selbst zu lernen. Wer eine Beziehung zu einem Pferd unterhalten möchte, braucht Zeit und Geduld. Man kann Pferde nicht manipulieren, sie erpressen oder etwas von ihnen erbetteln. Sie lassen sich auf uns ein, wenn der Mensch authentisch, also echt, offen, und klar und deutlich kommuniziert und sich als vertrauenswürdig erweist.
Pferde haben die Fähigkeit, genau das wiederzuspiegeln, was wir mit unseren Körpern, unserer Einstellung, und unseren Gefühlen ausdrücken. - Ich habe es selbst schon an mir beobachtet, dass wenn ich übellaunig auf das Pferd zugehe, es sich dann konsequent abwendet. Andernfalls aber folgt es mir oder zeigt deutliches Interesse, wenn ich mich in seiner Nähe bewege. Oft sagt jemand: “Das Pferd ist eigensinnig.” “Das Pferd ist stur.” “Es mag mich nicht.” “Das Pferd ist dumm.” Aber diese Person lernt schnell, dass eine Veränderung der eigenen Einstellung eine entsprechende Änderung im Pferd hervorruft. Man kann ein Pferd nicht täuschen oder für dumm verkaufen.



Ich bin der Ansicht, dass Pferde ein sehr feines Gespür für die Stimmung des Menschen haben, der sich mit ihnen beschäftigt. Wenn ich schlechter Laune bin, wendet sich meine Stute jedes mal erst einmal von mir ab und das obwohl ich nie negative Stimmungen niemals an ihr auslasse. Es ist als hätte sie eine “Antenne” dafür. Habt ihr ähnliches auch schon beobachtet: Grüße von Carola