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Dressurreiten: Petition gegen die Hyperflexion (Rollkur)


6. Februar 2010 | Von | Kategorie: Dressurreiten, Hauptartikel

Am 9. Februar 2010 treffen sich in der Schweiz bei der FEI mehr als 20 Experten, um erneut darüber zu beraten, inwieweit die Rollkur/Hyperflexion eine angemessene Trainingsmethode ist.
Bei der Hyperflexion wird der Kopf des Pferdes über längere Zeit hinweg so tief eingestellt, dass die Nüstern fast die Brust berühren Die Nase ist dabei deutlich hinter der Senkrechten. Im Januar 2006 wurde durch die FEI (Int. Pferdesportverband) entschieden, dass dieses “Training” nicht mehr als Rollkur, sondern als Hyperflexion (syn: Überdehnung des Halses) bezeichnet wird. – Ich nehme an deshalb, weil dieser Begirff besser, also eher nach “Gymnastizierung” klingt.

In Hyperflexion gerittenes Dressurpferd

Unter den klassischen Dressurreitern ist die Bezeichnung dieser Methode auch als “lang, tief und rund“ bekannt. Unbekannt ist, woher “lang“ kommen soll, denn lang ist da gar nichts; der Hals des Pferdes ist aufgerollt und damit eng und kurz.

Die Problematik dieser Methode: Ein Pferd, das mit extrem aufgerolltem Hals trainiert wird, lernt, dass es in eine Art Schraubstockposition gespannt wird, kein Entkommen aus der Position mehr möglich ist, egal ob die Übung zu schwierig ist, das Pferd aus der Balance kommt oder das Pferd überanstrengt ist. Die Rollkur-Position ist eine Fixierung in der Bewegung. Das Pferd kann sich nicht aus der Position befreien. Jedes andere Pferd würde, wenn es aus dem Gleichgewicht kommt, oder beim Gefühl der Beengung sofort den Kopf nach oben nehmen und sich den Zügelhilfen entziehen. Geschieht das bei der Dressurprüfung gibt es Punktabzug.

Der Rücken bleibt durch die Überdehnung starr in der aufgewölbten Position. Die Muskulatur wird fest und verspannt, keinesfalls im positivenSinne gekräftigt. Die Halswirbelsäule wird überdehnt. Die Pferde sehen dabei kaum noch, wohin sie laufen. Natürlich ist klar, dass es bestimmt nicht schlecht ist, sein Pferd durch Einstellen und Überstellen im Hals ein wenig zu lockern. Das hat aber mit dem Schraubstockprinzip der Rollkur nichts zu tun.

Pferde, die sich aufgrund ihres Exterieurs und einer soliden Ausbildung zum Dressurreiten eignen, brauchen die Hyperflexion nicht und die Pferde, die im Hals Mängel zeigen, sind nicht zum Dressurreiten geeignet. So einfach ist das. In anderen Disziplinen des Reitsports ist man durchweg im Stande sich selbst tragende Pferde vorzustellen, ohne solche zweifelhaften Methoden anzuwenden.

Hier könnt ihr für die Petition stimmen:

  • http://no-rollkur.com/
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    9 Kommentare
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    1. Das Ergebnis der o.g. Veranstaltung kann als ernüchternd bezeichnet werden. Unter dem Strich wurde zwar gesagt, das Zwangsmethoden beim Pferd beim Reiten abzulehnen seien, die Methode “lang und tief und rund” würde aber nicht dazugehören, das sei erlaubt. Ich sage, diesen hier zitierten oder herbeigeredeten Unterschied gibt es praktisch nicht. Sinnlos weiter darüber zu schreiben oder sich aufzuregen.

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    3. Naja, man muss es doch auch so sehen. Die Trainer die so viel Ehrgeiz entwickeln kannst du auch dadurch nicht abhalten und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich so jemand einfach überzeugen lässt. Das ist eine persönliche Entscheidung ob man sein Pferd als lebendes Wesen oder als Werkzeug sieht. Diese Ideologie ändert man nicht durch eine Petition!

      Gruß, Christiane

    4. well worth the read. thank you very much for taking the time to share with those who are starting on the subject. Greetings

    5. Leider ist der von der FEI in Sachen Rollkur gefasste Beschluss nicht unbedingt bahnbrechend: Eine “deutlich erzwungene” tiefe Einstellung ist jetzt zwar verpönt, jedoch sollen darüber zukünftig die Stewards entscheiden. Wenn man um den Respekt der meisten Stewards vor großen Reiternamen weiss, dann ahnt man schon, dass sich diese zwecks Rüge nicht allzu oft bemühen werden. Leider.
      Hier liegt meiner Ansicht nach ein kaum hilfreicher Kompromiss vor, damit sich keiner auf die Füße getreten fühlt. Gerügt durch Rollkur-Gegner werden wohl zukünftig die Stewards und leider nicht die Urheber dieser nichtsssagenden Entscheidungsgrundlage (=FEI).

    6. Ich stimme dir voll und ganz zu! Ich reite zwar nur “zum Spaß” und auch nicht Dressur, sehe es mir die Pferde und die Reiter gerne im Fernsehen an. Ich bin auch der Meinung, dass nur die Pferde, die auch wirklich fürs Dressurreiten geeignet sind, dafür genutzt werden sollten, denn das erspart sowohl den Pferden als auch den Reitern viel.
      Wie schon erwähnt bin ich keine professionelle Reiterin und kann deswegen vielleicht nicht beurteilen unter was für einem Druck Reiter vor Turnieren stehen, doch ich denke, dass das Wohlergehen der Tiere auf jedem Fall vor finanziellen Gesichtspunkten stehen sollte.
      Martina Gruschka

    7. That’s known that cash makes people autonomous. But what to do if somebody does not have cash? The one way is to get the loan or just car loan.

    8. Da wird einem wirklich schlecht, wenn man sieht mit welchen Methoden versucht wird zu sportlichem Erfolg zu kommen. Viel schlimmer noch ist dann aber das Vorgehen der “Aufsichtsbehörden”, die das nicht einmal bestrafen.
      Da kann ich nur sagen “ernüchternd” ist da noch sehr milde ausgedrückt.

    9. Ich kann nicht verstehen, warum irgendjemand seinem Tier freiwillig Schmerzen bereiten wollen würde. Die Rollkur sollte in jedem Fall verboten werden, meiner Meinung nach! Dieser Kompromiss vom Februar ist ein schlechter Witz, aber immerhin ein Anfang. Sollte das ganze nicht Spaß machen – auch das Training – und zwar nicht nur dem Reiter? Alles andere ist Tierquälerei. In dieser Angelegenheit ist die Welt für mich schwarz/weiß.

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