Pferde und andere Tiere in Ägypten
30. Mai 2010 | Von Astrid | Kategorie: Hauptartikel

Im April auf meiner Reise am Nil entlang zwischen Luxor und Assuan gab es auf einem 80 km breiten Streifen am Nilufer Landwirtschaft und Tierhaltung zu sehen, aber nicht wie bei uns heute, sondern man fühlte sich mindestens 100 Jahre zurückversetzt, weil vom Weizen, über Obst und Gemüse bis hin zum Zuckerrohr fast alles von Hand geerntet wird. Traktoren und vor allem schwere Zugfahrzeuge gibt es dort kaum. Man bediene sich Eseln, seltener Pferden. Kamele werden meist für die Touristen als Reittier benutzt.
Auffällig bei den Tieren, egal um welche Art es sich handelte war, dass sie durchweg von sehr schlanker, zierlicher fast hagerer Gestalt ohne ein Gramm Fett am Körper waren. Das liegt vor allem daran, dass sie so besser mit dem sehr heißen Klima zurechtkommen, was das ganze Jahr hindurch herrscht. Unsere Haustiere in Europa sind fast alle viel zu fett. Deshalb sind wir oft sehr erschrocken, solche mageren Stuten, wie diese hier mit dem Fohlen zu sehen. Aber wie gesagt, alle sehen so aus und haben trotzdem in der Regel ein glänzendes Fell. Dieses Fohlen war bei der Aufnahme aber erst 48 Stunden alt. So ist es kein Wunder, dass die Stute von hinten recht eingefallen aussieht.


Die Haus- und Nutztiere werden je nach Größe entweder direkt am oder bei kleineren Tieren, wie Ziegen, Schafen, Hühnern sogar im Haus gehalten. Selbst der Begriff Haus ist relativ zu sehen. Die Häuser sind sehr einfach und haben oft kein Dach, weil es in Ägypten höchstens alle zwei drei Jahre einmal nur ganz kurz und sehr wenig regnet. Auch der Bodenbelag im Haus besteht meist aus Sand, der alle paar Monate einmal ausgetauscht wird.
Hier saß ich auf einem Eselkarren. Eine kurze Unaufmerksamkeit meinerseits nutzte das Tier sofort, um dem Grün zuzustreben. Der Esel war nur mit Mühe dazu zu bewegen, weiterzulaufen. Er war erst vier Jahre alt. Das sagte mir der junge Ägypter, der uns begleitete. Der junge Mann meinte entschuldigend: “It’s al lazy one!“




