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Wirtschaftlichkeit versus Lebensqualität: Mein Pferd ist alt und danach?


25. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Hauptartikel, Mensch und Pferd

Vor kurzem habe ich intuitiv dieses naive Kinderbildchen gemalt und hinterher überlegt, was ich denn nun daraus schließen soll. Man sieht darauf einen Menschen mit seinem Pferd an der Hand. Wenn man es richtig macht, profitieren beide davon und man verbringt viel wertvolle Lebenszeit zusammmen. Spätestens, wenn das Pferd die 20 überschritten hat, dann ist es ganz natürlich, dass man anfängt sich zu fragen, was nach der schönen und erlebnisreichen gemeinsamen Zeit eigentlich kommen soll. Auf dem Bild kommt rechtsseitig zwar nichts gegenständliches mehr, aber der Platz rechts wurde als Hintergrund ausgemalt und nicht einfach weiß belassen. Für mich heißt das, diese Frage ist nach wie vor offen. Es ist noch keine Entscheidung gefallen.

Sollte man sich ganz rational sagen: “Alles im Leben hat seine Zeit” und wenn das Pferd das Gnadenbrot bekommt oder eingeschläfert werden muss, ist es ganz einfach einfach zu Ende und man hört mit der Reiterei auf oder doch nicht?

Bei mir ist es z.B. so, dass ich orthopädisch gesehen selbst alles andere als gesund bin und dadurch wird so eine Entscheidung natürlich noch schwieriger. Zudem, wenn es inzwischen keine weiteren Familienmitglieder mehr gibt, die Pferde genauso lieben und sich entsprechend einbringen. Außerdem muss man heute immer mehr zusätzliches Geld für notwendige medizinische Leistungen bezahlen und das obwohl man krankenversichert ist. Wir aller werden, wie das Pferd auch, älter. Die Meisten können sich aber nur entweder eine zusätzliche Altersvorsorge leisten oder eben ein Pferd. Beides wird in der Regel schwierig. Dass Pferdehalter überwiegend Menschen sind, die besonders viel Geld haben, stimmt  leider überhaupt nicht.  Das heißt, man muss an diversen anderen Stellen sparen, am Urlaub, am Auto, den Klamotten und so weiter und oder mehr arbeiten als normal. Nur dann fehlt wieder die Zeit für das Pferd. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Ein neues Pferd – evtl. muss man vorübergehend sogar zwei versorgen -  kostet besonders  langfristig gesehen, also vor allem in den Jahren nach der Anschaffung eine Menge Geld. Die Fragen, die sich stellen, sind:  Wie viel ist mir das wert? Kann und sollte ich mir das wirklich leisten?  Immerhin steigert das Pferd die Lebensqualität imens, weil es ein enorm freude- und kraftspendendes Gegenüber ist und es uns Menschen sehr viel gibt und wir dadurch immer wieder viel mehr von uns selbst und vom Leben spüren, als wenn wir zum Beispiel statt dessen in ein Fitnesstudio gingen oder ähnliches.

Wahrscheinlich kommt man in dieser Frage erst wirklich weiter, wenn schlussendlich eine Situation entsteht, die einen zwingt diese Entscheidung zu treffen. Wie ist oder wie war das denn bei euch? Gibt es entsprechende Erfahrungen?


9 Kommentare
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  1. Genau diese Fragen stellte ich mir auch schon. Ich glaube auch, man merkt spätestens dann, was zu tun ist, wenn es soweit ist. Ich kann mir auch keine zwei Pferde leisten. Bin gespannt, ob es weitere Beiträge dazu geben wird.

  2. Hi alle zusammen,
    schwierig der Übergang vom “alten” Pferd zum “neuen”. Meine Warmblutstute ist jetzt 18 und ich überlege mir auch, wie es in Zukunft weitergehen könnte, wenn sie nicht mehr läuft. Sie kann auch jetzt nur nich freizeitgeritten werden, aber das reicht mir jetzt inzwischen und sicher auch in Zukunft, weil ich mich um meinen Beruf und die Familie kümmern muss. Der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden. Mir ist die rechte Lösung dafür noch nicht klar. Auch ich hätte aber gerne jetzt schon eine parat.
    Grüße von Marie

  3. Hallo Astrid,
    die gleichen Gedanken hatte ich die letzten Jahre auch gewälzt, the mir die Arbeiten rund um die Pferdehaltung körperlich zunehmend schwerfallen und ich auch immer öfter den dafür notwendigen Verzicht auf so ziemlich alle anderen Freizeitbeschäftigen bedaure. Trotzdem habe ich mich jetzt für ein junges Nachwuchspferd entschieden, das nächsten Frühling zur Weidesaison bei uns einziehen wird.

    Natürlich ein finanzielles Risiko, the bei Sída jetzt auch noch Cushing diagnostiziert wurde, was eine kostenintensive Dauerbehandlung bedeutet. Aber gerade deswegen finde ich es wichtig, dass es eine positive Aussicht für die Zukunft gibt, statt immer nur dem alten Pferd beim Abbauen zuzusehen!

    Um die Arbeit besser zu schaffen, sind wir dabei soviel wie möglich zu rationalisieren und zu technisieren, z. B. ein Kipphänger für den Mist statt selbst schaufeln und möglichst kurze Wege I’m Stall.

    Mal sehen, wie es weitergeht, aber ohne Pferde wäre mein Leben nicht mehr mein Leben…

  4. Hallo Astrid,
    die gleichen Gedanken hatte ich die letzten Jahre auch gewälzt, the mir die Arbeiten rund um die Pferdehaltung körperlich zunehmend schwerfallen und ich auch immer öfter den dafür notwendigen Verzicht auf so ziemlich alle anderen Freizeitbeschäftigungen bedaure. Trotzdem habe ich mich jetzt für ein junges Nachwuchspferd entschieden, das nächsten Frühling zur Weidesaison bei uns einziehen wird.

    Natürlich ein finanzielles Risiko, dabei Sída jetzt auch noch Cushing diagnostiziert wurde, was eine kostenintensive Dauerbehandlung bedeutet. Aber gerade deswegen finde ich es wichtig, dass es eine positive Aussicht für die Zukunft gibt, statt immer nur dem alten Pferd beim Abbauen zuzusehen!

    Um die Arbeit besser zu schaffen, sind wir dabei soviel wie möglich zu rationalisieren und zu technisieren, z. B. ein Kipphänger für den Mist statt selbst schaufeln und möglichst kurze Wege I’m Stall.

    Mal sehen, wie es weitergeht, aber ohne Pferde wäre mein Leben nicht mehr mein Leben…

  5. Ich kann dazu folgendes sagen: Ich habe mir vor 4 Jahren ein zweites Pferd angeschafft. Mein alter Herr war damals knapp 21, schon 7 Jahre aufgrund seiner Schalenerkrankung in Pension.
    Erst mal ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, ob man auch beiden Pferden gerecht werden kann. Der Alte hatte damals seine Herde, die er weit über mich stellte. Insofern wollte er garnicht mehr so viel Aufmerksamkeit von mir. Ich allerdings hatte doch den Wunsch, ein Reitpferd zu haben. Kaufte dann also einen jungen Ponywallach. Zeit und Geld für beide war vorhanden, also damals kein Problem. Leider währte das Glück nicht lange, der Alte (ich hatte ihn 14 Jahre) starb nach 2 Wochen an einem Darmverschluss. Ich war tottraurig, aber ohne den neuen Kleinen wäre ich wohl in einem Loch versunken. So war der Tot von Fili halbwegs verkraftbar… Natürlich konnte der neue den langjährigen Gefährten nicht ersetzten, jedoch erleichterte er mir die Zeit damals sehr. Und bereut habe ich den Kauf nie.

    Liebe Grüße

  6. Als einzig wahrer Familienknecht richte ich demnächst den 29. Geburtstag unserer alten Lady aus, sie ist damit wahrscheinlich die “Jopi Heesters von Brandenburg”. Sie war vor Jahren mit einem Kleinpferd zusammen, aber schon sehr ruhig – wie innerlich aufgegeben.

    Die Knechterin hat ihr dann vor drei Jahren einen “eigenen” Pferdehof als Offenstall gepachtet, auf dem sie Narrenfreiheit hat und den ganzen Tag freien Auslauf von Herde zu Herde auf allen Wegen genießen darf. Seitdem ist sie als Chefin unterwegs, viel wacher und wir denken, dass sie noch weit über 30 kommt.

    Trotzdem wurde vor einem Jahr ein Wallach zum Reiten geholt. Nun lieben wir beide. Es ist wie bei Kindern, die Liebe verdoppelt sich…

    Bleibt tapfer, ich bins auch!

  7. Sehr interessanter Gedankenanstoß …

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